Der Richard

Die Bahnhofstraße führt fast gradlinig vom Rathaus zu den Bahngeleisen. Rechts liegt der alte Bahnhof und links der Wasserturm. Als Kind habe ich gesehen, wie das mächtige winklige Wasserrohr zum Befüllen der Dampflokomotiven über die großen Tender geschwenkt worden ist. Das ist lange her. Und der meterhohe, schön gestaltete Wasserstandanzeiger mit dem roten ziselierten Melder wurde vor Jahrzehnten schon demontiert.

Ich befahre die Bahnhofstraße aus dreierlei Gründen. Erstens stehen an ihrem Ende die Altglasbehälter. Zweitens setzte ich im Grün an der Bahnstrecke die Nacktschnecken aus, die wir im Garten aufgesammelt haben. Und drittens dient mir der Asphalt der Strasse auch als Teststrecke für ein Fahrrad, das nach seiner Aufarbeitung oder Restaurierung die kleine Werkstatt verlassen soll.

Heute Morgen habe ich ein altes Fahrrad der Marke Bauer, Klein-Auheim in der Bahnhofstraße probegefahren. Nach vielen Flüchen und einigen Verzweiflungsanfällen war es wieder ein Fahrzeug geworden, dem man seinen Zweck auch ansehen konnte. Das Fahrrad hatte ich über ein Inserat gefunden. Es sah aus, wie die meisten Räder aussehen, die über einen längeren Zeitraum abgestellt worden sind. Dreck, Verölungen, Verrostungen und Verbiegungen. Das Rad hatte erkennbar einige Originalteile, die inzwischen selten und entsprechend kostspielig geworden sind.
Wir verabredeten uns mit dem Verkäufer, einem älteren Herrn. Am Morgen des vereinbarten Treffens schickte er noch die vielsagende Nachricht: „Das ist kein Asozialenvierten hier.“

Als wir ziemlich pünktlich vor dem langgezogenen Wohnblock vorfuhren, stand der Verkäufer bereits vor einem der Eingänge. Er sprang auf unser Auto zu und tippelte mit den Fingern an die Seitenscheibe. Ich gab ihm ein Zeichen, dass ich erst einparken wollte. Er lief neben dem Auto her und tippelte unablässig weiter. Wir grüßten und stellten uns kurz vor.
„Ach“, meinte er, „hat die Frau auch mitgedurft?“ Als die Frau dann noch einige sachkundige Bemerkungen zu dem Drahtesel abgab, wurde er etwas ruhiger. Mich hatte dieser sein Auftritt und sein Gerede, so fiel es mir erst viel später bei der Restaurierung auf, aus der Fassung gebracht. Und zwar soweit, dass ich mir eine Bemerkung zum schäbigen Zustand des Rades verkniffen hatte. Es starrte nicht nur vor Dreck sondern war zudem merkwürdig klebrig verschmiert. Obwohl die Fotos des Verkaufsangebotes nicht geschönt waren, war dieser Zustand dennoch nicht erkennbar.

In der Werkstatt erfolgte die eingehendere Sichtung des Fahrrades. Ich tröstete mich mit den Teilen, die nach der Schlachtung des Rades und einer grundlegenden Reinigung noch verwendbar sein würden. Ich hatte keine Idee, was aus dem versifften Rest werden sollte.

 

In der vorigen Woche nahm ich mir den dunkelblaubraunen Hirsch nochmals vor. Nach ersten vorsichtigen Reinigungsproben stellte ich fest, dass die Chromteile durchweg noch brauchbar waren. Mit der Batterie von Reinigungsmitteln, Drahtbürsten, Putzwolle und einem Haufen Lappen sah ich plötzlich einen schönen hellblauen Lack aufleuchten. Ich begann, das Rad zu zerlegen. Stunde um Stunde offenbarte ein wenig mehr seiner früheren Schönheit. Selbstredend hatte auch der Zahn der Zeit am Rad genagt. Der Zahn darf das, das Fahrrad hat immerhin vor 64 Jahren die Klein-Auheimer Manufaktur verlassen..

Es ist fast wie im Märchen. Man ist in einem Prozess eingebunden, der eigenen Gesetzen folgt. Neben der Freude an der nach und nach sichtbaren Ästhetik lauern die Abgründe. Fast kein Teil, das nach einer intensiven Reinigung direkt wieder zu verwenden gewesen wäre. Zum Glück finden sich bei den angesammelten Ersatzteilen doch hin und wieder die zur Komplettierung benötigten Teile. Das Bauer Modell Brillant kann wieder in öffentlichen Räumen rollen. Die Schaltung klickert wie ehedem. Und die Bremsen verzögern tadellos.

 

Als ich noch ein Junge war spielten wir oft am alten Bahnhof. Wenn wir uns zu tief auf das Bahngelände trauten wurden wir von den resoluten Rangierern meist mit groben Worten verscheucht. Im Herbst standen die Bauern mit ihren schwer beladenen Gespannen in der Bahnhofstraße Schlange. Sie warteten darauf, dass ihre Zuckerrübenladungen an der Laderampe in die bereitstehenden Güterwaggons verbracht wurden.
Nebenan war der Güterschuppen, in dem man die schweren Pakete aufgab, die dann per Bahn als Stückgut weitertransportiert worden sind. An das Lehrstellwerk trauten wir uns nicht. Inzwischen hat ein Investor das Areal mit allem darauf gekauft. Das alte Fachwerk der Gebäude verrottet.


Im oberen Teil der Bahnhofstraße, nahe der im letzten Krieg zerbombten Ruine des großen alten Festsaals, wohnte Richard Baumeister. Er lebte mit seiner Mutter in einem der Bauernhäuser. Von einem Vater weiss niemand etwas, aber seine Mutter habe ich einigemale mit Richard zusammen gesehen.
Obwohl ich es nicht genau weiß, bin ich mir dennoch sicher, dass der Richard mit Nachnamen Baumeister hieß. Ich habe inzwischen einige Altersgenossen dahingehend befragt, und alle drei waren wir uns sich seines Nachnamens sicher.

Als ich heute Morgen mit dem Bauer Brillant meine Proberunde drehte, fiel mir der Richard wieder ein. (Es geht nichts vergessen im Leben, auch wenn die Erinnerung keinen Zugriff mehr hat). Er war älter als wir anderen Kinder. An seiner rechten Schläfe hatte er eine mächtige Vertiefung. Keine farbliche Veränderung, keine Narbe; nur diese imposante Vertiefung. Irgendjemand sagte mir, ich solle mich von Richard fernhalten. Ich hielt mich nicht daran. Mir war der Richard seltsam vertraut. Er arbeitete bei einem hiesigen Handwerksbetrieb als Handlanger. Er sei nicht ganz richtig, sagte mal einer Bauern. Für mich war er Einer, den ich um seines Fahrrades wegen bewunderte. Es muss aber noch etwas mitgeschwungen haben. Ich bin mir sicher im Unsicheren.

Der Richard hatte auch so ein blaues Fahrrad. Es war sein ganzer Stolz. Er musste entgegen seiner auffällig einfachen Kleidung Geld zur Verfügung gehabt haben. Denn sein Rad war mit einem Rennlenker ausgestattet. Die beiden Bremszüge und der Schaltungszug waren mit Bowdenzugspiralen verziert. Der Fuchsschwanz, ein Wimpel, die Hupe mit schwarzem Gummiball, rechts und links flatterten aus den Lenkerenden bunte Plastiktroddeln. Ganz klar, er hatte den blauen VDO-Tacho am Lenker montiert.
Er war so voller Freude, wenn er uns ein neues Detail an seinem Rad präsentieren konnte, dass sein Stolz darauf auf mich übersprang und bei mir jeden Anflug von Neid erst garnicht aufkommen ließ. Und ich hätte doch auch so gerne… dies oder jenes..
Für diese Erfahrung, die mich in meinem späteren Leben vor manchen ungesunden Wettbewerben bewahrt hat, bin ich dem Richard noch immer und so auch heute wieder dankbar.
Eines Tages war der Richard weg. Er war nachmittags auf seinem stets sauber geputzten Fahrrad nicht mehr zu sehen. Außerdem waren wir längst auf Kleinkrafträdern unterwegs. Was waren japanische Plastikteile an den ollen Drahteseln gegen Easy Rider und unsere knatternden Böcke.

Bei den beiden anderen Kindkollegen sind die Erinnerungen an den Richard weitgehend verblasst. Und ich erinnere mich nicht mehr die Marke seines blauen Fahrrades. Aber, wie bereits gesagt, es geht nichts vergessen im Leben, auch wenn die Erinnerung momentan keinen Zugriff mehr auf zurückliegende Geschehnisse hat.

 

 

 

 

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Märchenhafte Dunkelwolken

 

Gegen Ende des Jahres war mir defintiv klar, dass ich so nicht weitergehen könne. In dem großen Anwesen war aus der ehemaligen Wohngemeinschaft eine Hausgemeinschaft geworden. Menschen in verschiedenen Wohnungen. Die Themen änderten sich. Kinderwünsche. Berufspläne. Zukunftsträume. Egal ob gemeinsames Grillen im Hof oder die Abende in der Kneipe gegenüber. Die Gespräche drehten sich um die irrsinnige Aufrüstung und die galoppierende Umweltzerstörung. Und dazwischen die Zukunftspläne. Auch darin schwangen bedrohliche Visionen mit.
Ich nahm unangenehme Auflösungserscheinungen wahr.

Ich hatte das Angebot angenommen, in dem Wirtschaftsgebäude des Anwesens meine Firma zu betreiben. Die hatte ich im Jahr zuvor gekauft. Die Zahlen auf der linken Seite meiner Kontoauszüge raubten mir nächteweise den Schlaf. Aber die Aussichten auf wirtschaftliche Prosperität und meine Ideen waren erfolgversprechend.   
Arbeiten und leben am Ort. Sogar im gleichen Haus. Keine allmorgendliche Stausteherei mit der Aussicht auf lebenslänglich in einem Ballungsraum.

Ich hatte zwei kleine gesunde Kinder. Im Sommer hatten wir unseren Urlaub auf der Insel Elba verbracht. Alles lief auf scheinbar ruhigen Bahnen in bester bürgerlicher Ordnung. Die sogenannten „Grundpflichten eines deutschen Mannes“ hatte ich bereits erfüllt. Sohn gezeugt, Baum gepflanzt und ein Haus massiv (um)gebaut.

In der Werkstatt standen einige alte Einzylinder Ducatis. Meine Arbeiten und die gesammelten Belegexemplare zur Geschichte und zum Programm eines deutschen Verlages waren an das Literaturarchiv in Marbach verkauft.

Im Herbst war ich mit einem befreundeten Hausbewohner der Einladung zu seiner Verwandtschaft nach Thüringen gefolgt. Bis dahin bin ich lediglich zahlreiche Male in Berlin (Hauptstadt der DDR) gewesen. Eine Woche im Gegenentwurf eines deutschen Staates. Unbekannte Rituale. Sonderbare Verhaltensweisen. Stetes Schlechtreden des eigenen Landes. Zum ersten Mal leuchtete mir eine gesamtdeutsche Gemeinsamkeit auf. (Der bis heute noch viele folgen sollten). Der äußerliche Verfall des Landes war aber auch nicht zu übersehen.

Vor dieser Reise hatte ich eine nebenberufliche Ausbildung zum Märchenerzähler begonnen.

Meine Entscheidung für die Beschäftigung mit Märchen traf ich nur teilweise wegen des Erzählens. Da waren natürlich die eigenen Kinder. Weit mehr interessierten mich jedoch andere Aspekte. In jenen Jahren erlebten die Volksmärchen eine erneute Renaissance. Kritiklos hochgelobt und mystifiziert einerseits, mit einer vernichtenden Kritik brüsk abgelehnt andererseits. Hier das Seelenheilsame und die brutale Gewalt dort.
Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Wie mit jedem anderen Handwerkszeug, ist es hilfreich zu wissen, was und wie man damit sinnvoll umgeht. Den sicheren Umgang damit kann man üben.

Die ständig vertiefende Beschäftigung mit Märchen hat mich für eine Weile über dem Wasser meines Lebensstroms gehalten. Kinder sind als kritisches Publikum unschätzbar, denn sie hören genauestens zu. Kleine Fehler werden sofort lautstark korrigiert. Ich habe Märchenbilder in Beratungsgesprächen verwendet, Vorträge und kleine Seminare für Pädagogen verschiedener Fachrichtungen gehalten.

Am Ende des Jahres traf ich meinen alten Jugendfreund wieder. Im Lauf der personellen Veränderungen im Haus und wegen einiger kleinlicher Meinungsverschiedenheiten hatten wir unseren Kontakt zwei Jahre zuvor schweigend auf Eis gelegt. Wir sprachen auf einer Party miteinander und die beiden vergangenen Jahre waren wie von Zauberhand ausgelöscht. Wortloses Verstehen wie immer.

Ein Konzert besuchten wir an dem folgenden Wochenende. Einen weitergehenden Vorschlag meinerseits musste er ablehnen. Er hatte einen Termin in der Klinik. Als er sich zwei Wochen danach wieder meldete, bot er mir eine Zigarette an. Er knöpfte dabei sein Hemd auf und zog die rechte Seite aus. Von der Rippenseite durch die Achselhöhle bis hoch hinters Ohr zog sich eine Narbe. Man ahnte fast einen Reißverschluss. Alles in Ordnung soweit, meinte er.

Eigentlich war garnichts in Ordnung. Bei mir jedenfalls nicht. Meine innere Welt fiel zusehends auseinander. Ich ritt ein Pferd, das zwischen himmelhohe kahle Bergwände geraten war, die immer enger aufeinander zuliefen. Das Pferd konnte ich schon nicht mehr wenden. Aber immerhin hatte ich noch eine geringe Bewegungsfreiheit.

 

Ganz normale Kindheit

 

Kürzlich sah ich den Film „Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein“. Der Film basiert auf einer Erzählung von André Heller. Darin werden in poetisierter Form Erlebnisse aus Hellers Kindheit filmisch dargestellt. Mich hat der Film begeistert. Viele Szenen sind in grandiosen Bildern inszeniert. Hellers Lieder und einige seiner Bücher und Projekte beeindruck(t)en mich seit Jahrzehnten. Beim sehenden Genießen des Films sind Erinnerungseruptionen meiner eigenen Kindheit emporgestiegen. Das machte den Film für mich umso sehenswerter.

 

„Als das Kind Kind war, wusste es nicht, dass es Kind war,
alles war ihm beseelt,
und alle Seelen waren eins.
Als das Kind Kind war,
hatte es von nichts eine Meinung,
hatte keine Gewohnheit,
saß oft im Schneidersitz,
lief aus dem Stand,
hatte einen Wirbel im Haar
und machte kein Gesicht beim Fotografieren.“   (Peter Handke)

 

Die Wege von der Kindheit bis zur Jugend scheinen gleich lang. Kindheit, Jugend, Adoleszens, Erwachsensein – es liest wie eine schöne Schablone. Ich behaupte jedoch, dass Kindheiten unterschiedlich lang sind. Verschieden lange währen. Ein einziger Blick auf die Kindheiten dieser Welt bekräftigen meinen Widerspruch. Kinder unter zehn Jahren, die in Kleiderfabriken für die Billigtextilien der westlichen Welt schuften müssen gehören zu unserem Weltwissen. Sie sind nur ein trauriges Beispiel für das jähe Ende der Kindheit. Bedenkliche Exempel finden sich am anderen Ende der Extreme. Kindheiten, die nicht enden sollen oder wollen. Kind bleiben sollen oder wollen lebenslänglich. Kinder in Abhängigkeiten halten. Oder sich nicht entwickeln wollen; der Bequemlichkeiten halber.

 

Kürzlich hatte ich in einer Einrichtung zu tun, die Menschen mit Beeinträchtigungen Hilfestellungen im alltäglichen Umgang leistet. Auf dem Hof stand eine Mutter und redete auf ihre Tochter im Rollstuhl ein. Sie warteten darauf, dass eine Mitarbeiterin die Tochter in Empfang nehmen würde.
„Dass Du auch ja artig bist!“ Fünf- bis zehnmal innerhalb weniger Minuten trichterte sie ihrer Tochter diesen Befehl ein.
„Denk´ dran, dass Du artig bist!“
Mich berührte diese Aufforderung unangenehm, da sie in dieser Situation völlig unangemessen war.

Ich hatte kaum den Hof der Einrichtung verlassen als mir jäh einfiel, dass ich als Zweijähriger in unserem Haus gegen einen Türpfosten gelaufen bin. Eine Augenbraue platzte an der Kante der Zarge auf. Ich weinte und soll mehrfach ausgerufen haben: Robert artig sein. Vanillepudding. Robert artig sein. Vanillepudding.
Vanillepudding soll mein erstes fehlerfrei ausgesprochenes mehrsilbiges Wort gewesen sein. Ich habe angeblich sehr spät gesprochen, dann jedoch in kindhaften, aber immerhin Sätzen. Der „Vanillepudding“ sorgte jahrelang bei Familienfesten für Heiterkeit. Nicht hingegen wurde über den Sinn oder gar das Warum des Wortes „artig“ aus meinem Mund auch nur nachgedacht. Kindermund tut Wahrheit kund.
Ich werde von alten Leuten noch heute als fröhliches Kind beschrieben.

„Kinder, Kinder“ gilt als lustiger Ausruf.

An diesen Unfall habe ich ebenso wenig eine konkrete Erinnerung wie daran, dass ich ebenfalls im Alter von zwei Jahren vor Frauen schreiend davon gelaufen sei. Ich habe Photographien, die das Gegenteil zeigen. Die Narbe an der Augenbraue trage ich bis heute mit mir.
Die weniger sichtbaren Wunden sind im Lauf vieler Jahre nach und nach vernarbt. Ich bin frei von Phantomschmerzen.

 

„Auf ein Gemüt von Adel wirkt schon ein kleiner Tadel,
vergebens durchgebläut wird stumpfe Niedrigkeit.“  (anonym)

 

Wie die meisten ihrer Zeitgenossen, wurden auch meine Eltern nach den „Ratgebern“ von Johanna Haarer erzogen. Durch die fortschreitende Industrialisierung und die daraus resultierenden sozialen Folgen war die Welt komplexer geworden. Erziehungsratgeber erfüllten das Bedürfnis vieler junger Mütter nach Aufklärung. Johanna Haarers Bücher erlebten viele Auflagen. In den 1930er Jahren passten ihre pädagogischen Empfehlungen ins Konzept der braunen Machthaber. Immerhin noch bis in die 1960er Jahre wurden ihre Bücher verlegt. Nach 1945 wenigstens von völkischen Sichtweisen bereinigt. Methodisch und didaktisch lässt sich die von Haarer empfohlene Form der Pädagogik auf einfache Schlagworte reduzieren. Erzogen werden sollten Kinder und Jugendliche durch Gefühlskälte und unnachgiebige Strenge der Eltern zu Disziplin und Unterordnung der Kinder und Jugendlichen. Haarers ursprüngliches Ziel als überzeugte Nationalsozialistin war dabei, Buben und Mädchen für die HJ und den BDM abzurichten.

 

Meine Erinnerung setzt mit einem Erlebnis ein, das für mich nicht nur das Ende meiner Kindheit markiert. Ich war drei Jahre alt. In unserem Haushalt lebte außer meinen Eltern auch meine Urgroßmutter. Im Zusammenhang mit dieser Urgroßmutter haben sich mir zwei Begriffe fest eingeprägt. Märchen und Verrat.
Als kleines Kind saß ich häufig bei ihr in der Küche. Sie verrichtete ihre Arbeiten und erzählte mir dabei Märchen. Grimms Kindermärchen, auswendig und wortgetreu. Viele Jahre später habe ich selbst professionell mit Märchen gearbeitet. Dabei ist mir bewusst geworden, dass die Auswahl der Märchen, die mir meine Urgroßmutter erzählt hatte, geradezu heilsam gewirkt haben gegen die Erziehung, der ich ausgeliefert war. Verraten hat mich meine Urgroßmutter meiner Erinnerung zweimal.
Beim zweiten Mal hatte sie uns im Hühnerstall erwischt. Zwei Mädchen, Schwestern aus der Nachbarschaft, und ich. Mit heruntergelassenen Beinkleidern. Kichernd ob der sichtbaren Unterschiede. Wir waren etwa sechs Jahre alt. An die Reaktion meiner Eltern auf den Verrat hin habe ich keine Erinnerung. Ihr erster Verrat beendete meine Kindheit endgültig.

 

Ich war mit meiner Urgroßmutter im Kolonialwarenladen meiner Tante Käthe. Tante Käthe hatte keine Kinder. Sie war mit Mitte dreißig bereits verwitwet und betrieb im Anwesen der Familie ihren Kolonialwarenladen. Eigentlich war das eine Dreizimmerwohnung im Erdgeschoss der linken Haushälfte. Das große Wohnzimmer wurde zu dem Ladenlokal umfunktioniert. Tante Käthe war dermaßen kurzsichtig, dass man hinter ihren dicken Brillengläsern ihre Augen als schmale waagrechte Striche wahrnahm.
Ich stand im Laden während sich die beiden Frauen unterhielten. Ich ging hinter die Theke und griff in eines der Gläser der dort befindlichen Bonbonniere. Zwei Pfefferminze nahm ich und steckte sie in den Mund. Weder die Urgroßmutter schien etwas zu bemerkt zu haben und auch Tante Käthe nichts gesagt.
Als wir nach Hause kamen, sagte meine Urgroßmutter nur lapidar: „Der hat gestohlen.“ Ich merkte, dass etwas nicht stimmte, verstand aber nichts. Vor allem, dass ich offensichtlich etwas falsch gemacht haben musste. Was gestohlen bedeutete, wusste ich nicht.
Was darauf folgte, erinnere ich nicht mehr. Die nächste Szene spielte in unserem Wohnzimmer. Mein Vater saß auf einem Stuhl legte mich über seine Knie. Es pfiff kurz und dann folgte der erste von vielen Schlägen. Stöcke aus Rattan pfeifen besonders gut. Vor allem aber hinterlassen sie auf der nackten Haut Doppelstriemen. Aus diesem Grund werden sie noch heute gerne von Folteren für leibpeinliche Strafen benutzt.

Wie hoch sich die Striemen auf meinem Rücken hinzogen weiß ich nicht. Kinderärmchen sind zu kurz, um den ganzen Rücken zu erfassen. Aber nach unten bis die Kniekehlen konnte ich sie fühlen. Das Laufen fiel mir schwer. Mein Lebensweg als kleiner Erwachsener hatte spätestens an diesem Tag mit diesem Erlebnis seinen Anfang genommen.

 

Von nun an „hatte ich Gewohnheiten“,
ob ich
oft im Schneidersitz saß,
aus dem Stand lief – ich weiß es nicht mehr.
Aber ich hatte einen Wirbel im Haar
und machte noch kein Gesicht beim Fotografieren.

 

Fast alle kleinen Kinder sind von Adel. Ihre Unbedarftheit, ihre Offenheit und vorbehaltloses Vertrauen – das alles adelt sie. Gesunde Kinder sind selten stumpft. Sie werden allenfalls abgestumpft. Durch die Menschen in ihrer Umgebung.
Lange bevor größeren Kindern durch die natürliche Entwicklung bewusst wird, dass sie autonome Einzelwesen sind, war ich für mich allein auf der Welt.

 

Alles war mir beseelt,
aber alle Seelen waren für sich und getrennt.

 

Wie ich die nächsten drei Jahre bis zu meiner Einschulung erlebte, das weiß ich nicht mehr. Mir aus diesen drei Jahren ein verbogenes Kind vorzustellen, dem man den Willen bricht und vielfach „gegerbt an Arsch und Rücken“, erniedrigt und gedemütigt – es wäre Einbildung und falsche Anschuldigung.
Zu massiv überlagern die Erinnerungen an meine Schulzeit diese Zeit. Gewiss erinnere ich den Umzug in ein anderes Haus; einige Szenen an Urlaube in Italien und die Fahrten dorthin. Dies sind jedoch Schlaglichter, denen es an farbiger Klarheit fehlt. Dennoch werde ich davon erzählen, denn Menschen werden auftauchen in meinem Leben, denen ich viel zu verdanken habe. Menschen, die mich durch ihre Verhalten und ihre Handreichungen in meinem Menschsein gerettet haben. Die in dem sonderbaren Kind und später schrägen Jugendlichen keine „stumpfe Niedrigkeit“ sondern die Möglichkeiten eines fruchtbaren Bodens gesehen haben.

 

 

 

 

 

 

 

Der Karl und seine Karla

Seinen Werdegang habe ich sinnbildlich verstanden an der grandiosen Serie „Heimat“ von Edgar Reitz. Onkel Karl stammte aus Niederkumbd. Das Dorf liegt im tiefsten Hunsrück. Karl war ein aufgeweckter Knabe. Also ist beschlossen worden, dass der Bub was lernen durfte und sollte. Nach der vierten Klasse stand für den zehnjährigen Karl ein Ortswechsel an. Die weiterführende Schule war die höhere Schule in Simmern. Von Niederkumbd bis nach Simmern ins Gymnasium sind es fünf Kilometer. Karl lief die Strecke zu Fuß. Morgens hin und nach Schulschluss wieder zurück. In der Untertertia wurde Karl konfirmiert. Für das Geschenk legten die Verwandten zusammen. Karl bekam ein Fahrrad. Die verbleibenden fünf Schuljahre fuhr Karl mit seinem Rad zur Schule.

In der Oberprima saß Karl über den Büchern. Er hatte ein Ziel. Sein Fahrrad sah auch nach fünf Jahren noch immer so aus wie vor kurzem erst gekauft. Er liebte sein Fahrrad schraubend und pflegte es entsprechend. Ähnlich nah waren ihm lediglich seine Metallbaukästen. Inzwischen brauchte er keine Bauanleitungen mehr. Er interessierte sich für alles Mechanische. Er konstruierte seit der zehnten Klasse seine eigenen Maschinen. Und er hatte einen Traum. Sein Ziel war es, Ingenieur zu werden.


Für einen Dorfbuben, der es auf eine höhere Schule in der nahen Kleinstadt gebracht und dort einen erfolgreich bestanden hatte, war die nächste Lebensstation die Stadt. Und die hieß in Karls Fall Bingen. Dort gab es eine Ingenieursschule. Das heißt, als Karl dort studierte, hieß dieses Institut noch Rheinisches Technikum. Aber jedermann kannte und nannte es die Ingenieursschule. So hieß sie tatsächlich nach ihrer Umbenennung im Jahr 1937. Mein Patenonkel „machte“ an der Binger Ingenieursschule seinen Ingenieur.


Karl sollte später sein Schwiegervater werden. Zuvor jedoch hatte Karl seine Karla gefunden. Und eine Anstellung als Ingenieur angetreten. Und war Vater einer Tochter geworden. Meine spätere Patentante.
In den 1930er Jahren war man als Ingenieur noch angesehen im bürgerlichen Sinne. Man hatte es bereits zu etwas gebracht denn die Industrien hatten volle Auftragsbücher. Sie boomten, würde man heute wahrscheinlich sagen. Auch Karl hatte eine gute Stelle, aber die Decke des Großraumbüros war ihm ziemlich hoch. Karl wollte hoch hinaus. Und er steckte sich Ziele.


Als Kind fand ich es lustig, dass ein Mann und seine Frau fast gleich hießen. Karl und Karla. Die beiden wohnten vierhundert Kilometer von uns entfernt.
Onkel Karl und Tante Karla. Von Karla wurde bei uns in der Familie nicht gesprochen. Von Karl dagegen schon, allerdings eher belustigt. Wenn er zu uns, oder besser zu meinem Großvater kam, der zwei Straßen weiter in seinem Haus lebte, hieß es schon Tage vorher süffisant, dass der Karl wieder auf der Tank- und Rastanlage Rimberg seine Hühnerbrühe verzehren müsse. Eine Hühnerbrühe auf der Herfahrt und eine auf der Rückfahrt. Er konnte angeblich auch nicht richtig deutsch sprechen. Seine laute und herrische Stimme ist eine der wenigen Stimmen, die mein inneres Ohr auch heute noch zu hören vermag.

 

Anfangs wohnten meine Paten in einem Wohnblock. Dort wohnten ausschliesslich Mitarbeiter, die in gehobenen Positionen im Werk arbeiteten. Ich durfte dort meine Oster- oder Herbstferien verbringen. Goldene Kindertage. Meine Paten waren kinderlos und ich war für sie vielleicht so etwas wie eine schöne Ahnung oder ein frommer Wunsch.
Die folgenden Osterferien verbrachte ich wieder bei meinen Paten. Die waren inzwischen umgezogen. Sie wohnten in einem Reihenendhaus, in dem vier Familien wohnten.  In der Wohnung links unten wohnten meine Paten und rechts oben der Karl und seine Karla.
Gegenüber auf der anderen Straßenseite erhoben sich Wohnblocks. Dazwischen befanden sich, quasi als Trennung verscheidener Welten Parkplätze. Die Parkplätze der Wohnblocks waren fast immer leer. Die Reihe der Parkplätze vor dem Ensemble der Reihenhäuser waren ab 17:30 Uhr belegt.

 

In diesem Haus lernte ich, dass Menschen unterschiedlich viel wert sind. Durch die Reden von Onkel Karl und Tante Karla. Tante Karla kenne ich eigentlich nur als Kaffeekränzchendämchen. Schlechte Zähne hatte sie. Sie war mir unangenehm. Wenn ich das Pech hatte, dass meine Patentante nachmittags einen Termin hatte, musste ich in Tante Karlas Wohnzimmer spielen. Spielen konnte man das eigentlich nicht nennen. Ich musste einige Stunden gut aufpassen, dass ich nicht beschmutzte oder beschädigte. Dabei hörte ich, was die Kaffeetanten zu erzählen hatten. Auf einen kurzen Nenner gebracht, ging es um wichtige Mitarbeiter (die eigenen Männer) im Werk und aufbegehrende Arbeiter, die es zu nichts gebracht hätten in ihrem Leben. Dazwischen, die Szenenwechsel quasi, füllten Klagen über untaugliche Friseure oder Lobesworte über fähige Ärzte. Ich habe höchstens vier oder fünf solcher Nachmittage erlebt. Dennoch haben diese Redereien meine eigenen Wertmaßstäbe bis heute beeinflusst.
Aber auch der Onkel Karl hat seinen Anteil beigesteuert. Unangenehm ist mir neben seiner schnarzigen Stimme seine Überheblichkeit in Erinnerung. Einmal, als ich bei meinen Paten angekommen war, baten diese mich, oben bei Onkel Karl und Tante Karla mal eben Guten Tag zu sagen. Ich sprang sogleich hoch und klingelte. Onkel Karl öffnete und sah mich von oben bis unten an. Es muss in den Herbstferien gewesen sein, denn ich hatte meine ungeliebte Mütze auf. Ein scheußliches Mittelding zwischen Mütze und Hut mit Ohrenwärmklappen außen dran.

„Wie siechst Du denn aus, wie e lausicher Baurebub mit Deiner Baurekapp!“
„Ich sollte nur Guten Tag sagen.“
„Kumm wieder, wenn Du ordentlich aussiehst. Vorher brauchste net wiederkumme.“ Alles in breiter Hunsrücker Mundart.


Ein Jahr später kam meine Cousine zur Welt. Meine Rolle als Kind bei meinen Paten war zu Ende gekommen. Karl und seine Karla waren für mich kein Thema mehr.
Irgendwann, Jahre später, erzählte mir meine Mutter, Karla sei gestorben. Von uns nahm niemand an der Beerdigung teil. Bei Karl habe ich es garnicht mehr mitbekommen.


Nach der Beerdigung meines Patenonkels kam beim Leichenschmaus das Gespräch auf den Karl. Und ich fragte, wie kamen der Karl und meine Paten denn überhaupt hierher in diese Stadt und in dieses Werk.
Der Karl war doch ein ganz Zackiger. Da half die richtige Uniform in jenen Zeiten. Karls Ehre hieß Treue und er trug bei Gelegenheit eine schwarze Uniform. Er war bei der SS. Der konnte nach dem Krieg bei seinem Unternehmen nicht wieder arbeiten. Schwarze Uniformen waren aus der Mode. Und Karl hatte es in den zwölf Jahren nicht weit genug nach oben geschafft. Er fand aber rasch eine neue Arbeit hier im Werk. Inzwischen hatte auch mein Patenonkel sein Patent als Ingenieur erworben. Der wollte bei Borgward in Bremen einsteigen. Sein Schwiegervater Karl aber hatte es längst zwitschern hören. Borgward war nicht mehr zu retten und ging ein Jahr später in Konkurs. Rechtzeitig holte er meinen Patenonkel Robert ins Werk. In sein Werk. Der Begriff „das Werk“ begleitete meine Kindheit.

 

Karl hatte eine Schwester. Die war als junge Frau von Niederkumbd ins nahe Klosterkumbd verheiratet worden. Im vorgeschrittenen Alter hatte sie sich in einem Altersheim eingemietet. Meine Patentante rief mich an und fragte, ob ich bei dem Umzug ihrer Patentante helfen wolle. Es gebe auch Bücher und andere alte Sachen; ich dürfe mir sicherlich etwas Schönes aussuchen. Ich hatte eine Grippe, aber mit zweiundzwanzig ist man eigentlich unaufhaltbar. Ich fuhr in meinem flotten Golf nach Klosterkumbd.
Ich begrüßte die Patentante meiner Patentante zeimlich befangen. Es war zu der Zeit als die erste Kritik an Altersheimen aufkam. Und die alte Frau war unheimlich gut drauf. Ich half und schleppte Kisten und Kartons. Die Grippe schlug zu, ich bekam Fieber.
Ich sah die betagte Frau in ihrem neuen Zimmer stehen. Sie lächelte in einem fort und schien richtig fidel. Und sprach auch so. Eine letzte Wagenladung noch von der alten Wohnung ins neue Domizil. Ich durfte mir einen kleinen alten Bücherschrank mitnehmen. Er passte gerade so in den Golf mit offener Heckklappe. Ich fuhr nachhause und legte mich mit vierzig Grad Fieber ins Bett.


Eine Woche später rief mich meine Patentante an. Ihre Patentante sei von allen Verwandten unerwartet ganz überraschend verstorben. Beim Anblick des kleinen alten Bücherschranks sehe ich in das lächelnde Gesicht der greisen Frau.

 

 

 

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Achtzehn, zwanzig, Horst…

Die elfte Klasse und die zwölfte Klasse. Dann war endgültig Schluss mit meinem Schülersein. Vorerst jedenfalls. Da halfen auch keine Vorabkopien. Woher der Hausmeister wusste, dass mein Vater semiprofessioneller Jäger gewesen ist; ich weiß es nicht. Für ein Kaninchen gabs eine Mathe- oder eine Englischarbeit als Vorausvervielfältigung. Englisch hätte ich nicht gebraucht, eher eine Information für die anstehende Französischarbeit. Oder Physik.
Der Hausmeister hiess Herbert, war um die fünfzig und er war kein sturer Kopf. Mit einem Schüler wegen einer Arbeit unnötige Diskussionen lostreten, damit einem notfalls ein Karnickel durch die Lappen geht. Da zierte er sich nicht lange.
Das erlegte Kleinvieh meines Vaters half ebenso wenig wie Herberts freigiebige Handhabung des Vervielfältigungsgerätes im stets abgeschlossenen Räumchen neben der Paukerwalhalla. Ich jedenfalls war reif für ein Lehrstück. Nur war mir das damals noch nicht klar. Mit siebzehn hat man mehr verwaschene Träume im Kopf als Vernunft für den entscheidenden Moment. Manche Schüler jedenfalls. Und ich stand auf  der Absprungrampe.

Ob mein definitiver Niedergang in der elften Klasse bereits ihren Anfang nahm, weiß ich nicht mehr. Herbert hatte einen speziellen Keller im Gymnasium. Herberts Bierkeller. Auserlesene Schüler bekamen leihweise den Schlüssel. Für eine bestimmte nur und nach langen Reden. Hinweise, Mahnungen und Warnungen. Wehe…
Irgendwann – jetzt erinnere ich mich; es war in der elften Klasse. Irgendwann also, wurde ich wohl für würdig befunden und durfte mit in den Keller. Wenn ich mich besinne, fällt mir kein Name der Beteiligten ein, dafür ein Gesicht. Und das wahrscheinlich nur dehalb, weil wir beiden im Schuljahr darauf vom Gümmi geflogen sind. Den letzten Brief meines damaligen Klassenlehrers bewahre ich noch immer auf.

Im Keller standen ein Tisch und einige einfache Stühle. Statt der erwarteten Bierkästentürme, standen zwei halbvolle Kästen an der Wand gegenüber dem Tisch. Legenden entschärfen sich, wenn man ihnen, so gut es eben möglich ist auf den Grund geht. Wir waren zu fünft. Es wurde gewürfelt. Um Kleingeld. Und zwischendurch wurde Isidor angerufen, um Beistand für wohlfallende Würfel. Jeder hatte ein Bierchen vor sich stehen. Das Geld dafür landete in einer Blechbüchse. Ehrensache. Und eingedenk der Warnung, falls nicht: dann!!!
Wem ich den Sprung von der elften in die zwölfte Klassse zu verdanken habe weiss ich nicht. Weder mein Engagement noch erjagtes Niederwild hätten dafür ausgereicht.

Gleich zu Beginn der zwölften Klasse wechselten wir von den Würfeln zu den Karten. Meist haben wir einen Bierlachs ausgespielt. Der Bierkonsum stieg dadurch, denn der Sieger einer Runde bekam jeweils eine Flasche Bier. In der Zeit zwischen acht Uhr und der sechsten Stunde konnten das gut fünf Flaschen sein. Indem ich das hier niederschreibe wundere ich mich nachträglich, wie der Biervorrat aufgefüllt worden ist. Es standen nunmehr so um die sechs bis acht Kästen im Keller. (Ob die Oberprimaner vielleicht?…).

Ich spielte mittlerweile ziemlich gut Skat, weil ich zusammen mit einem Freund und seinem Vater spielte. Wir trafen uns mehrmals in der Woche zu einem ganz normalen Skatspiel. Sowohl Vater als auch der Sohn hiessen beide Horst. Horst Hauser senior und Horst Hauser junior. Mit dem Junior verbrachte ich viel Freizeit. Der Alte arbeitete bei einer Behörde. Er hatte einen langen Titel, versah seinen Dienst allerdings auf einer unteren Ebene. Und erklärte uns oftmals, dass die Mitarbeiter mit den längsten Titeln am unwichtigsten seien und am wenigsten verdienten.

Der alte Horst hatte ein Holzbein. Holzbein ist eigentlich Unsinn, die Prothesen waren stabile Leichtmetallstangen mit entsprechend eingestellten Gelenken. Sein Bein hatte er in Russland verloren. Wenn ich die Alten reden hörte, stiegen mir als Kind surreale Bilder auf.
„Der Horst hat sein Bein in Russland verloren.“ (Wie macht man das, ein Bein zu verlieren? Das ist doch festgewachsen.)
„Die Irmgard ist bei dem Fliegerangriff umgekommen.“ (Wie kommt man um?)
„Der Willi ist ja schon im ersten Krieg in Frankreich geblieben.“ (Wieso wollte der denn nicht mehr heimkommen?)
Kinderfragen. Als man meiner Urgroßmutter zuerst die Fußzehe, anschließend den Fuß, dann den Unterschenkel und schließlich den Oberschenkel amputiert hat, wusste ich  noch nicht, was abgenommen in diesem Zusammenhang bedeutet.
„Jetzt haben sie im Krankenhaus Deiner Uroma das Bein abgenommen.“
„Wie hat man ihr denn das Bein abgenommen? Wie geht denn das?“
„Jetzt frag´ nicht so dumm. Das wirst Du später verstehen, wenn Du groß bist.“

 

Der Hauser Horst hat sein Bein in Russland verloren. Während unsrer abendlichen Skatrunden war das kein Thema. Da sind die üblichen Sprüche ausgerufen worden.
„Jetzt aber raus mit der wilden Katze.“
„Auf, lass´ die Hosen runter. Wir wollen die Wahrheit sehen.“

Manchmal mischten sich in die Parolen jedoch auch andere Töne ein. Hatte jemand von uns Jugendlichen einmal eine Flöte einer Farbe auf der Hand, dann rief Horst sen. aus: „Du lieber Gott, der hat ja Pik von hier bis Orel.“
Sein Sohn konterte dann regelmässig mit der Frage: „da wars ganz schön kalt dort in Russland, was?“
„Aber klar doch, da wars so verdammt eiskalt, da haben wir Bogen gepisst, die stehen heute noch.“

 

In jenem Sommer hat dann festgestanden, dass es nun nichts werden würde mit einem Studium. In der zwölften Klasse hatte ich meine Zukunft versenkt. Zumindest war das die Meinung meines familiären Umfelds. So ganz aufgegeben habe ich in meinem Leben allerdings selbst mich nicht.
Ich verbrachte die Nachmittage mit den beiden Horsts. Mit unseren Fahrrädern fuhren wir an eine der Kiesgruben in der Umgegend. Der Alte hatte zwei Besonderheiten an seinem Rad. Eine abgekröpfte rechte Kurbel. Dadurch konnte man mit einer Prothese radeln. Und dem Sattel fehlte die normale Form. Die Spitze fehlte. Wenn der Mann dann so richtig in Fahrt war konnte ihn keine Steigung aufhalten.
Dann dachte ich manchmal daran, dass dieser Mann jetzt weiterfahren könnte von hier bis Orel.

 

 

 

 

 

Wenn die Klingel zweimal klingelt

Ich habe den Handwerkern den Keller geöffnet. An der Elektrik soll etwas geändert werden. Die Kabel der von hier nach dort verlegten Leitungen werden überprüft. Mit Spannungsprüfern werden Lüsterklemmen untersucht. Fragen an mich. Ich kann sie nicht beantworten. Tuschelnd leise Selbstgespräche. Das Prüfgerät gleitet über Wände. Gibt akustische Hinweise auf Kabel unter Putz. Das entscheidende Kabel ist unauffindbar. Fragezeichen unter der Gewölbedecke.

Ich kann auch nicht weiterhelfen. Elektrizitätslehre hatte ich letztmals vor Jahrzehnten im Physikunterricht? Ich kenne lediglich noch die Grundregel des Elektrikers. Rot ist schwarz und plus ist minus.

„Hier in dieser Lampe ist die Birne kaputt. Die können Sie auswechseln.“
Das kann ich in der Tat. Ich hole eine Ersatzbirne und schraube sie ein. Die Dunkelheit bleibt. Ich wusste garnicht, dass an dieser Stelle eine Lampe an der Wand ist. Weiter vorn ist das Licht. Und das funktioniert seit Jahren. Während ich noch die alte Wandlampe mit dem Schutzgitter über der Glasglocke bestaune, steht er neben schräg neben mir.

Edi Klingelmeister. Starkstromelektriker. Der Mann und sein Name begleiten mich seit Jahrzehnten. Hochbetagt ist er vor drei Jahren gestorben. Ich weiss zwar, dass er Edwin hiess, aber alle Welt nannte ihn nur Edi. Edi arbeitete im Dreischichtbetrieb in einem grösseren Unternehmen.

Seinen Ruf als „Spezialist“ erwarb er sich allerdings nebenberuflich. Er hat wohl manchen Neubau verkabelt. Preisgünstig. Es ist manches gemunkelt worden. Mir erzählte er viel später, dass er einen kennt, der vom E-Werk aus die Installationen prüft und abnimmt. Beim Bohren und Strippenziehen, beim Abisolieren, Verdrahten und Löten gab er mir Weisheiten mit auf den Weg, die mich vorerst mehr verstörten und meine Phantasie entsprechend anregten. Einen wirklichen Nutzen zog ich erst viel später daraus.

Der Edi, das fällt mir jetzt auf, hat sich erst in seinen letzten Jahren etwas verändert. Er war dünner geworden. Für mich wird er immer das kleine kompakte Kraftpaket mit dem silbernen Bürstenhaarschnitt bleiben. Leichter Bauchansatz, fleischige Hände und das graue Feinrippunterhemd.

Ich lernte Edi kennen, als er in dem alten Haus, das meine Eltern beziehen wollten, für die elektrische Installation angeheuert worden ist. Und zum ersten lernte ich eines seiner Stückchen kennen, das ich später noch oft miterlebt hatte. Er stand auf der Leiter und aus der Wand ragten verschiedene bunte Kabel. Edi hatte sein Messgerät vergessen.
„Ich kanns ja holen.“
„Nicht nötig. Ich hab´ hier eins. Das hab´ ich immer dabei.“
Er formte aus Daumen und Zeigefinger der rechten Hand eine Gabel.
„Das ist doch kein Messgerät.“
„Doch doch, schau mal hier.“
Er hat seine beiden Finger auf die Breite von zwei abisolierten Kabelenden angepasst. Und drückte sie von vorn auf die blanken Kupferdrähte.
„Aah, hier ist die Phase.“
„Das ist doch Strom. Tut das nicht weh?“ Ich war schon mal an die Drähte des Elektrozauns einer Viehweide gekommen und wusste wie das bizzelte.
„Nein, das tut nicht weh. Du musst das nur richtig üben. Ich messe 110, 220 und 380 Volt auf diese Weise. Aber nicht jeden Tag. Letzten Sommer in Russland…“

Edi wohnte mit seiner Frau in einer improvisierten Wohnung. Kein Schnickschnack. Schmucklos. Kinderlos. Ich erinnere mich aber, dass die beiden eine Zeit lang ein Kind bei sich wohnen gehabt hatten. Edis Frau war die Lotti. Ebenso gedrungen und kompakt wie der Edi. Sie war in ihrer Jugend Damenringerin. Ihr meines Wissens einziger Luxus waren Reisen. Von drei Reisen weiss ich. Bei zweien war ich Zuhörer der Reiseerlebnisse gewesen.

Mitte der 1960er Jahre waren Edi und Lotti auf einer Reise in der Sowjetunion. Damals war das noch ein Abenteuer. Sie waren mit einem Opel Commodore Coupé unterwegs. Karosserie silbermetallic, schwarzes Vinyldach. Edi hatte den Wagen für seine Zwecke hergerichtet. Flüssigkeitsbehälter in den Türen. Für Trinkwasser. Unauffällige Halterungen, damit man unbemerkt aus dem Auto heraus fotografieren konnte.

Vier Wochen waren die beiden unterwegs. Hatten tausende Kilometer weggeschrubbt und allerhand erlebt. Und davon erzählt.
„Sag mal Edi, Du hast Dich wohl überhaupt nicht für kulturelle Sehenswürdigkeiten interessiert? Nur fürs Essen und Trinken und die Armut der Leute.“
„Das kannst Du so nicht sagen. Überall, wo wir Station machten haben mich natürlich die elektrischen Installationen zu sehen gereizt. Zum Glück hatte ich genug Werkzeug und Material dabei. Da war nämlich eine Menge zu reparieren. Ihr glaubt ja garnicht…“
Ein Gelächter hob an unter den Zuhörern. Edi war schließlich bekannt.
„Der Edi hat den Kommunisten das Licht gebracht.“ Erneutes Gelächter brauste auf.
„In einem Dorf war der Strom schon seit einer Woche ausgefallen. Ein Fehler im Generator. Ein Mords Trumm von einem Teil. Sechs Stunden habe ich gebraucht. Dann lief das Ding wieder und es ward Licht.“ Annerkennende Blicke.
„Zwei Tage haben uns die Leute danach noch bewirtet. Dann kam jemand aus dem Nachbardorf. Irgendwas schien zu flackern. Nix verstehn, versteht Ihr? Wir verabschiedeten uns also und fuhren ins Nachbardorf. Der Dorfchef fuhr bei uns im Commodore mit. Dem sind fast die Augen rausgefallen. Nix Moskwietsch.
In der Kolchose liefen einige Maschinen nur mit halber Last. Ich also das Messgerät raus,“ und er legte Daumen und Zeigefinger zum Bogen,“ und stelle gleich fest, dass nur 220Volt rauskommen, wo 380 rauskommen sollten.“

Er hatte den Fehler natürlich bald gefunden und weil das Material zur Reparatur gefehlt hatte, half er mit seinen Sachen und setzte den Schaden so gut es eben ging instand.
„Auch dort, in dieser Kolchose sind wir eingeladen worden. Da wurde gefeiert als gäbs kein Morgen. Ich trinke ja keinen Akohol. Und wenn ich genug Material hätte, könnte ich dort gut leben.“

Die Sensation von Edis Russlandfahrt war abgeebbt. Für mich standen die Sommerferien an. Eine Fahrt war geplant. Für drei Wochen mit den Pfadfindern nach England. Edi arbeitete abends bei uns im Haus und hatte selbstredend für eine Englandreise den guten Rat schlechthin.
„Die Engländer können nicht kochen. Das Essen dort ist ganz schlecht. Merk´ Dir also folgendes: wenn das Frühstück lecker ist, dann schlag´ Dir den Ranzen voll bis er spannt. Denn dann sind die anderen Essen ungeniessbar. Und wenn der Lönsch“, er meinte den Lunch, „zufälligerweise geniessbar ist, dann iss´ auf Vorrat. Und mach´ das jeden Tag, dann brauchst Du dort nicht zu verhungern “
Das Essen in meiner Gastfamilie war einfach und sowohl morgens, mittags als auch abends geniessbar. Anders als zuhause zwar aber ich lernte so die englische Alltagsküche kennen.

Manche Sätze, so absurd sie auch sein mögen, bleiben hängen. Als das grosse Kind erstmals in den Sommerferien zu einem Sprachkurs nach England gefahren ist, gab ich ihr den gleichen scheuklapprigen Rat.

 

Edi lebte schon einige Jahre im Ruhestand. Mit der Lotti hatte er sich ein Haus gekauft. Die Wohnräume waren ebenso praktisch wie schmucklos eingerichtet. Der Edi und die Lotti brauchten halt kein Brimborium. Ausser im Keller. Das war Edis Reich. Räume voller „Material“.
„Weisst Du“, sagte er mir bei einem meiner letzten Besuche dort, „weisst Du, alles kann man irgendwann mal brauchen. Und wenns nur zum Wegwerfen ist.“
Sein Auto stand längst nicht mehr auf seinem Hof. Dort sah es inzwischen aus wie auf einem Schrottplatz

 

Meine letzte Begegnung mit seinem handwerklichen Können hatte ich vor einigen Jahren gehabt. Und ein Könner war er in der Tat gewesen. Ein Nachbar hatte Probleme mit dem Heizstrahler im Badezimmer. Den hatte Edi in den 1970er Jahren dort installiert und angebracht.
„Der geht nicht mehr. Wir brauchen den ja auch nicht mehr seit wir Heizung haben im Bad. Könntest Du uns den wegmachen? Ich war schon beim Edi, aber der steigt auf keine Leiter mehr.“
„Ich kanns mir ja mal ansehen.“
Es war die typische Edikonstruktion. Vier verschiedene (gefundene und gesammelte?) Schrauben hielten den alten Strahler an der Wand. An dem Teil hätte man Klimmzüge machen können.
„Au Backe! Was soll ich denn jetzt mit den acht Kabeln machen, die mich da aus der Dose anschauen?“
„Ei, ich habe Lüsterklemmen und Isolierband. Wenn Du…“
„Schon gut, gib´ mir mal den grossen Schraubendreher dort. Ich will die Kabelenden schön auf Distanz voneinander bringen. Dann können wir sie sichern.“
Gesagt getan. Ein Kabel nach links weg, eins nach unten links, eins nach oben, eins… Es knallte laut und mir versetzte jemand einen Hammerschlag gegen den Ellenbogen. Der fette Schraubenddreher flog auf den Boden.
„Das war knapp. Der Schraubendreher ist hin.“ Am Blatt war eine tiefe Kerbe. Da lag eine Phase frei. Für Kraftstrom. Und ich hatte mit dem Werkzeug nicht mal das blanke Ende berührt.

„Tja, der Edi. Jetzt fällts mir wieder ein. Der hatte damals mehrere Kabel als Reserve verlegt, als er den Heizstrahler angeschlossen hat. Falls uns der nicht genügend warm machen würde, könnte er das ändern. Aber für uns hats immer gereicht.“

 

Menschen begleiten mein Leben. Manche habe ich vergessen im Lauf der Zeiten. Der Edi ist heute Morgen schräg neben mir wieder aufgetaucht. Unten im Keller. Den hatte er vor über fünfzig Jahren auch elektrifiziert.
Die kaputte Birne habe ich gegen eine neue ausgetauscht. Die brennt auch nicht. Ich lasse alles so wie es ist. Das Licht hinten an der Wand habe ich vorher nie bewusst wahrgenommen. Und die vordere Lampe gibt genügend Licht.

 

 

 

 

 

 

Ist das wirklich nötig? Auf jeden Fall!

. . . Wie wir im Gespräch auf das in Deutschland noch immer existierende mittelalterliche Zunftwesen gekommen sind. Ich erinnere mich nicht mehr. Schornsteiger oder Bestatter. Berufsgruppen mit der Lizenz zum zünftigen Abkassieren. Ermöglicht durch teilweise aberwitzige Verordnungen und Vorschriften. Ein Widerspruch ist zwecklos. Obwohl er sinnvoll sein kann für zeitgemässe Veränderungen.

Übermorgen wird der Schornsteinfeger kommen. Fegen wird er nicht mehr. Er wird sein Spieglein im 45° Winkel in den Kamin halten. Wie jedes Jahr wird er alles in Ordnung finden und sich mit der Überreichung einer Rechnung freundlich verabschieden. Bis zum kommenden Jahr dann.

Billige Särge habe ich im Internet gefunden. Regelkonform zu den vielfältigen Sepulkralverordnungen der deutschen Kommunen. Ich möchte schliesslich meinen Hinterbleibenden nicht unnötige Kosten für die Verwertung meiner körperlichen Hinterlassenschaften zumuten. Aber so weit ist es zum Glück noch nicht.

Sinnvoll
Zeitgemäss
Veränderungen

???

Ja, jetzt fällts mir wieder ein. Diese Themen kamen im Zusammenhang mit dem Blog aufs Tapet. Mit diesem Blog.

Ein neuer Blog? Ist das wirklich nötig?
Nö, das ist nicht nötig.

Warum also trotzdem? Zu viel Zeit? Um der Anerkennung willen?

Offen gesagt, nichts von alldem. Es wird nicht mein erster Blog sein. Mit meinem ersten Blog habe ich in über zehn Jahren reichlich Erfahrungen im virtuellen Verkehr sammeln können. Ich schrieb über andere Themen.

Und haben Sie denn nach der langen Zeit immer noch nicht den Kaffee auf? Bei den Elaboraten, die da tagtäglich verzapft und in die Welt posaunt werden? Haben Sie keine Kommentare gelesen und verfolgt? Das System Blog am Ende verstanden?

Doch doch. Sie mögen in dieser Hinsicht durchaus Recht haben. Aber gerade aus diesem Grund habe ich ein Vergnügen daran, ein Gegengewicht auf die Waage zu legen.
Mein neues Thema sind Menschen. Menschen, denen ich auf meinem Lebensweg begegnete. An diese Menschen werde ich mich in diesem Blog erinnern. Lebensnovellen. Menschen, die mich beeindruckt und dadurch meinen Lebensweg beeinflusst haben. Menschen, die im Guten wie im Schlechten gewirkt haben. Wobei sich schlecht auf den Moment der Handlung bezieht. Heute sehe ich rückblickend das damals Schlechte als das „Nochnichtgute“ an. Am Ende hat auch das scheinbar Üble mir weitergeholfen. Ausserdem werde ich auch über flüchtige Begegnungen schreiben. Manchmal sind es doch nur fünf oder zehn Minuten, in denen wir einem Menschen ganz nahe sind. Und diese Episoden sind zutiefst menschlich und werden berichtenswert.

 

Aber grau, liebe Menschen, ist alle Theorie.
Wenn Sie mögen, schauen Sie gelegentlich vorbei. Es wird hier keineswegs langweilig zugehen.